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Ornella Vanoni (1934–2025): Der Vorhang fällt für eine italienische Musikgröße

Ornella Vanoni (1934–2025): Der Vorhang fällt für eine italienische Musikgröße Am 21. November 2025 ist in Mailand eine der prägendsten Stimmen der italienischen Musik verstummt: Ornella Vanoni ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Dieser Verlust trifft nicht nur Fans, sondern eine ganze Nation – und hinterlässt eine Lücke in der Musikwelt, die kaum zu füllen ist. Der Abschied einer Ikone Ornella Vanoni war weit mehr als eine Sängerin. Sie war ein Phänomen: Ihre Karriere umfasste über sechs Jahrzehnte, sie brachte rund 40 Studioalben heraus und verkaufte schätzungsweise über 50 Millionen Platten. Ihr Tod wurde als Herzversagen in ihrem Haus in Mailand gemeldet. Ihr Lebensweg reicht von den frühen Nachkriegsjahren bis in die Moderne. In einer sich ständig verändernden Musikwelt blieb sie relevant – nicht durch kurzlebige Trends, sondern durch Substanz, Tiefe und ihre unnachahmliche Stimme. Was machte Ornella Vanoni so besonders? Vielseitigkeit & Musikalische Tiefe Vanoni be...

Dezember in der Lombardei – Zwischen Nebel, Glühwein und stillen Momenten

Dezember in der Lombardei – Zwischen Nebel, Glühwein und stillen Momenten Der Dezember in der Lombardei hat zwei Gesichter. Einerseits ist da das geschäftige, funkelnde Mailand mit seinen Schaufenstern, Weihnachtsmärkten und Menschen, die mit raschem Schritt über nasse Pflaster laufen. Andererseits das leise, beinahe schläfrige Land draußen – am Lago Maggiore, in der Po-Ebene oder oben in den verschneiten Tälern rund um Bergamo und Valtellina. Beides gehört zusammen. Und genau das macht den Reiz dieses Monats hier aus. Stadtleben im Wintermodus Mailand im Dezember riecht nach Kastanien und Espresso. Es ist kälter, klar, aber selten wirklich ungemütlich. Die Straßen sind geschmückt, das Licht wirkt weich, fast nostalgisch. Wer die Stadt kennt, merkt schnell: Der Dezember entschleunigt sie ein wenig. Ein Spaziergang durch das Brera-Viertel, ein kurzer Stopp für eine heiße Schokolade in einer überheizten Bar, vielleicht ein Abstecher in die Galleria Vittorio Emanuele II – es ist dies...

Urban Gardening in Mailand: Wie verlassene Industrieflächen zu grünen Gemeinschaftsgärten werden

Urban Gardening in Mailand: Wie verlassene Industrieflächen zu grünen Gemeinschaftsgärten werden Mailand ist nicht nur Mode, Design und historische Industriegebäude. Zwischen verlassenen Fabriken entstehen immer mehr Urban Gardening Projekte , die aus Beton grüne Oasen zaubern. Wer denkt, dass Stadtleben und Natur nicht zusammenpassen – hier wird das Gegenteil bewiesen. Was ist Urban Gardening in Mailand? Urban Gardening beschreibt den Anbau von Gemüse, Kräutern und Blumen in städtischen Räumen. In Mailand nutzen Nachbar:innen, Vereine und Stadtinitiativen leerstehende Industrieflächen, um gemeinschaftliche Gärten zu schaffen. Typische Merkmale: Hochbeete aus recyceltem Holz oder alten Containern Mischung aus Nutzpflanzen und Blumen für Bestäuber:innen Raum für Workshops, kulturelle Events und Nachbarschaftstreffen Beispiel: Der Ortica-Garten Ein ehemaliges Fabrikgelände im Osten Mailands wurde in einen lebendigen Gemeinschaftsgarten verwandelt. Zwischen Backsteinma...

Ausflug nach Mailand: Hoch hinauf auf den Dächern des Duomo di Milano

Ausflug nach Mailand: Hoch hinauf auf den Dächern des Duomo di Milano Mailand ist mehr als Mode und Espresso. Es ist eine Stadt, die auf den ersten Blick hektisch wirkt, aber ihre Geheimnisse offenbart, wenn man ein bisschen genauer hinsieht. Eines dieser Geheimnisse liegt buchstäblich über den Köpfen der Besucher: die Dächer des Duomo di Milano . Der Aufstieg: Schritte zwischen Stein und Geschichte Schon der Eingang zum Dom ist beeindruckend. Aber erst, wenn man die Treppen (oder den Aufzug, wer’s gemütlicher mag) hinaufsteigt, versteht man, warum die Mailänder so stolz auf ihre Kathedrale sind. Jede Stufe ist ein Stück Geschichte. Die filigranen Skulpturen, die Spitzen und Türmchen – man könnte Stunden damit verbringen, sie zu bewundern. Oben angekommen, schlägt einem der Wind ins Gesicht. Und dann: diese Aussicht! Die Stadt breitet sich wie ein lebendiges Puzzle aus. Du siehst die engen Gassen rund um die Piazza del Duomo, die schicken Cafés und auf der anderen Seite die moderne...

Giorgio Armani – Leben, Stil und Abschied einer Mode-Ikone

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Giorgio Armani – Leben, Stil und Abschied einer Mode-Ikone Am 11. Juli 1934 wurde Giorgio Armani in Piacenza geboren. Am 4. September 2025 starb er in Mailand – der Stadt, die wie kaum eine andere mit seinem Namen verbunden ist. Armani war kein lauter Designer, er war nie der schrille Paradiesvogel. Sein Markenzeichen war die Zurückhaltung. Klare Linien. Dezente Farben. Kleidung, die Menschen selbst wirken ließ, nicht die Stoffe. Foto: Giorgio Armani, 1997   © GianAngelo Pistoia /  Wikimedia Commons  , Lizenz  CC BY-SA 4.0 Vom Medizinstudenten zum Modearchitekten Ursprünglich wollte Armani Medizin studieren. Doch schnell zog es ihn in eine andere Richtung – Schaufensterdekorateur, später Einkäufer, schließlich Designer. Ende der 1970er gründete er sein eigenes Label. Der Rest? Modegeschichte. Armani revolutionierte die Business-Mode mit seinen unstrukturierten Anzügen, die plötzlich nicht mehr steif, sondern fast beiläufig wirkten. Wer die 80er im Kin...

Agriturismi in Mailand im September: Ländliche Ruhe nur einen Katzensprung entfernt

Agriturismi in Mailand im September: Ländliche Ruhe nur einen Katzensprung entfernt Mailand ist bekannt für Mode, Aperitivo-Kultur und hektische Straßen. Aber wer im September kurz den Trubel hinter sich lassen will, sollte einen Blick auf die Agriturismi rund um die Stadt werfen. Ja, richtig gelesen: Auch im industriellen Herzen Norditaliens lassen sich ruhige Bauernhöfe mit Charme finden. Der September ist dafür ideal. Die Hitze des Hochsommers ist vorbei, die Felder tragen noch das Gold des Spätsommers, und die Stadt wirkt nach dem Ferienhoch nicht mehr so drängelnd. Außerdem: Die Luft riecht plötzlich nach Erde, Kräutern und frisch gemähtem Gras – ein richtiger Reset-Knopf. Warum Agriturismi rund um Mailand? Agriturismi kombinieren Übernachtung und Landwirtschaft. Manche sind auf Olivenöl oder Wein spezialisiert, andere auf Käse oder Gemüse. Wer hier übernachtet, bekommt oft mehr als nur ein Bett: Frühstück mit frischen Eiern, selbst gebackenes Brot, manchmal sogar ein Kochkurs...

Sicher reisen: Geld, Wertsachen und Bauchgefühl in Mailand

  Sicher reisen: Geld, Wertsachen und Bauchgefühl in Mailand  Mailand ist laut, lebendig, chaotisch schön – und ja, es gibt Taschendiebe. So wie in jeder anderen europäischen Großstadt auch. Wer mit offenen Augen reist, kann den Urlaub aber in vollen Zügen genießen. Man muss kein Sicherheitsexperte sein, um die gängigen Maschen zu durchschauen und sich gut zu schützen. Wie gefährlich ist Mailand wirklich? Die kurze Antwort: nicht besonders . Mailand ist keine Hochrisiko-Stadt. Aber: Diebstahl gibt’s. Vor allem dort, wo viele Menschen sind. Bahnhof Milano Centrale. Metro. Domplatz. Auch in beliebten Bars im Navigli-Viertel. Es ist weniger die Gewaltkriminalität, die Sorgen machen müsste – es sind die geschickten Hände . Übrigens: Nachts allein durch dunkle Ecken ziehen – das fühlt sich auch in Berlin oder Paris nicht gut an. Also einfach: Vernunft an, Panik aus. Trickdiebe und ihre Maschen Klassiker gefällig? „Unterschrift für eine Petition“ – plötzlich stehen drei ...